„Körper im Raum“ – So lautete das Thema des am Freitag, den 20. Januar, stattgefundenen Ausflugs in die Hamburger Kunsthalle! Und es wurden nicht bloß Fakten aufgetischt, sondern man wurde auch selbst kreativ tätig …

Am Morgen um Punkt 11:00 Uhr trifft sich die Klasse Q1K mit ihrer Kunstlehrerin Frau Paetzold vor den Toren der Hamburger Kunsthalle. Eine Führung ist geplant, doch bevor diese losgehen soll, haben die Schülerinnen und Schüler eine Stunde Zeit, sich eigenständig umzusehen. Als eines der wichtigsten Kunstmuseen Deutschlands, fassen die Ausstellungen der Hamburger Kunsthalle jede Epoche in einigen auserlesenen Gemälden und Skulpturen zusammen: Angefangen bei den überwiegend religiösen Arbeiten der Alten Meister, hangelt sich der Betrachter über Barock, Klassizismus und Romantik hin in die weltlichen und individuelleren Themen und Stile der Moderne. Bilder von Liebermann, Monet, Munch, Pissarro und vielen anderen schmücken in diesem Teil der Ausstellung die Wände, sie berühren, faszinieren, regen zum Nachdenken an – und so schnell ist eine Stunde verflogen …

Nun beginnt die Rundführung, oder vielmehr der Workshop, zum Thema „Körper im Raum“. Eröffnet wird mit der Frage danach, was eigentlich eine Skulptur ist? Dieser Frage soll in den folgenden zwei Stunden nachgegangen werden. Angefangen wird jedoch mit einer kreativen Aufgabe für die Schüler: Sie sollen sich selbst als Skulpturen inszenieren, sich entfremden und verformen. Wie auf den Fotos zu sehen, sind dabei ganz unterschiedliche Ergebnisse entstanden, manche erinnern sogar an Bilder und Motive von Degas oder Grosz. Dabei wurde jedoch auch ein wichtiges Element der Skulptur erkannt: Der Raum, in dem sie sich befindet. Wie und wo wird sie inszeniert? Wie kann der Bildhauer diesen Raum festlegen? Durch Blicke in die Geschichte der Skulptur wird schnell deutlich, dass dabei der Sockel eine maßgebliche Rolle spielt. Er legt die Perspektive fest, aus der das Werk betrachtet wird. Er bestimmt auch, wie nah der Betrachter an die Skulptur herangelassen wird. Und er ist ebenfalls für die Auffälligkeit dieser verantwortlich: Eine winzige Skulptur auf einem riesigen Sockel sticht sofort ins Auge! Es gilt der Satz:

 

„Der Sockel bestimmt den Raum.“

 

Mit dieser Regel im Kopf kann auch ein Mensch selbst sowohl zur Skulptur, als auch zum Sockel werden: Posiert er auf einem Buch, ist dieses sein Sockel. Nimmt er das Buch jedoch präsentierend in die Hände, bildet er selbst den Sockel …

Auf diesem sehr interessanten Ausflug in die Hamburger Kunsthalle haben die Schülerinnen und Schüler der Q1-k also auf kreative und unterhaltsame Weise einiges Wissen zum Thema „Körper im Raum“ dazugewonnen und gelernt, dass gerade die kleinen und unscheinbaren Dinge die Basis von allem Großen bilden…

Nikolas von Tiedemann