Hausmusikabend 2017 – Kammermusik auf hohem Niveau

Einmal mehr zeigte der Hausmusikabend 2017 am 16.Mai, welches hohe musikalische Niveau am Lessing-Gymnasium anzutreffen ist, nicht nur bei den großen Musik-AGs, sondern eben auch bei Solisten und Kammermusikgruppen. Dieses Jahr lag der Schwerpunkt in der Mittelstufe, bei den 8.+9.Klassen. Erstaunlich, zu was die jungen SchülerInnen auf ihren Instrumenten bereits imstande sind. Höhepunkte waren sicherlich zum einen die Geigerin Josefina Eggers (8a)  mit dem eindrucksvoll und souverän gespielten Praeludium und Allegro von Pugnani/Kreisler, ein technisch schwieriges Stück, das sie nicht nur virtuos in Szene setzte, sondern auch dynamisch und klanglich sehr differenziert gestaltete. Ebenso Noemi Abraham (8c), die den 1.Satz des Violinkonzertes E-Dur von Bach, ein langes und schwieriges Stück, mit wunderbarem Ton, guter Intonation und technischer Perfektion spielte. Man mochte kaum glauben, dass die beiden erst 8.Klässler sind. Dieses Jahr standen sowieso die Streichinstrumente im Fokus. Zum ersten Mal gibt es am LGN zwei Streichquartette, beide überwiegend aus der Mittelstufe und gerade am Anfang ihrer musikalischen Laufbahn. Das Streichquartett um Noemi Abraham (1.Vl.) bestach durch ausgewogenen Ton und gutes Tempogefühl, profitierte natürlich nicht zuletzt von ihrer hervorragend führenden 1.Geigerin. Wenn dieses Ensemble weiter zusammenbleibt, wird sicherlich noch von ihm zu hören sein. Gab es beim Beatles-Song „The fool on the hill“ noch einige wenige Wackler, so wirkte der Haydn sehr souverän. Das andere Streichquartett mit Anastasija Djokic (Es) an der 1.Violine hatte sich die kleine Nachtmusik vorgenommen, ein nicht ganz leichtes Stück, was die Gruppe aber bis auf wenige unsichere Stellen überzeugend präsentierte. Gut waren die dynamischen Unterschiede herausgearbeitet, auch unterstützt durch das gute Zusammenspiel der beiden Mittelstimmen (Mira Roessl und Kristina Trokay, 8a) und das sehr klangschöne Cello (Pia Lehmann, 8b). Wunderbar auch „Yesterday“ von den Beatles, was mit melodischer Führung der 1.Geige sehr homogen präsentiert wurde.

Man könnte noch viele gute Leistungen hervorheben, sowohl in den 5./6.Kl., als auch in der Oberstufe. Es seien aus Platzgründen nur einige hervorgehoben: Amanda da Silva Meyer (6b) spielte ein anspruchsvolles Arrangement von Jobims „Girl of Ipanema“ so souverän und rhythmisch überzeugend, dass sie lang anhaltenden Beifall bekam. Ebenso beklatscht wurde der Auftritt von Nikolette Lazaridis (7d), die u.a. „Greensleeves“ klanggewaltig präsentierte. Ganz bezaubernd war das Duo von Fiona Raddatz (5b) mit ihrer großen Schwester Rebecca, die einen Musical-Song hinlegten. Hier zeigte sich „Hausmusik“ von ihrer schönsten, innerfamiliären Seite. Nach dem fulminanten „Halleluja-Drive“ eines Bläser-Ensembles der Mittelstufe schloss der Auftritt der beiden Eggers-Schwestern Maxine und Josefina („When I was your man“ von Bruno Mars) den Abend wunderbar ab, Maxine sorgte ja schon in den vergangenen Hausmusikabenden mit ihrem Gesang für Furore. Ein wenig enttäuschte das Red-Hot-Chilli-Peppers-Arrangement,  das Anna Sophia Adolph (Q2k) rhythmisch unsicher präsentierte, dafür glänzte Maximilian Menster (Es) mit einer rhythmisch außerordentlich komplexen „December-Polarisation“, in der polyrhythmische Strukturen überzeugend umgesetzt wurden. Kontrastiert wurde das Programm durch einen schönen Harfenvortrag von Marit Leste (Q1k) und einer interessanten Bewegungsstudie zu einem Beethoven-Streichquartett, ebenfalls aus der Q1k.

Hausmusikabende bieten nicht nur fürs Publikum, sondern auch für die Musiklehrer immer wieder Überraschungen und so dürfen wir schon gespannt sein auf den nächsten Hausmusikabend 2018, der das musikalische Niveau und die Spielfreude am Lessing-Gymnasium sicher wieder eindrucksvoll demonstriert.                                          

Stefan Köttgen (Musiklehrer)