Das 19. Neujahrskonzert der Musikschule und des Rotary­Clubs spielt wieder 12.000 Euro für die Förderung junger Talente ein

Das Vivace aus dem Konzert d-Moll für zwei Violinen und Streichorchester von Johann Sebastian Bach ist kein Kinderspiel. Doch wie die 15 Jahre alte Geigerin Noemi Abraham vom Lessing-Gymnasium mit ihrem Lehrer Edouard Tachalow den Satz spielte, war schon bühnenreif. Dafür gab es beim Neujahrskonzert in der „TriBühne“ tosenden Applaus.

Mit feinem Gefühl und Spielfreude kam das Bachsche Werk über die Rampe, gut begleitet vom Sinfonie-Orches- ter des Gymnasiums, das unter der Leitung von Stefan Köttgen ein gutes Zu- sammenspiel vorlegte. Dass die Blechbläser etwas schräge klangen, ist ein Problem, vor dem auch Profi-Orchester nicht gefeit sind. Den Tanz der Gaukler aus der Oper „Schneeflöckchen“ von Nikolai Rimsky-Korsakov spielten die fast 60 Musikerinnen und Musiker mit flockiger Leichtigkeit.

Seit 19 Jahren veranstalten die Norderstedter Kulturstiftung, die Musikschule und der Rotary-Club das Neujahrskonzert mit stetig wachsendem Erfolg. Mehr als 220.000 Euro erzielten die Veranstalter seitdem, um die Kultur in Norderstedt zu fördern.

Pro Neujahrskonzert gehen 12.000 Euro je zur Hälfte an die Schulen und an die Kulturstiftung für Musik- und Theaterprojekte.

Das Neujahrskonzert mit Empfang zeichnete sich wieder durch eine einzige „Frohes-neues-Jahr-Verschwisterungsszenerie“ aus. Das ist auch Rüdiger George zu danken. Der Musikschulleiter und Vorständler der Kulturstiftung begeisterte das Publikum, darunter Stadtpräsidentin Kathrin Oehme und Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder, mit einer informativen Moderation, deren Charme im Wortsitz und feinem Humor liegt. Rüdiger George nahm die Zuhörer auf eine Musikreise mit, und als die Station London auf dem Spielplan stand, landete er eine kleine Breitseite auf die Brexit-Briten. Bei der Ansage des Jägerchors von Carl Maria von Weber zeigte er mit der Wildschweinpest gar eine makabre Seite. Gesungen wurde das Webersche Männerstück vom Polizeichor Hamburg, begleitet vom fast stringent über alle Pulte hinweg spielenden Norderstedter Sinfonie-Orchester unter der Leitung von Frank Engelke. Johann Strauß’ Einzugsmarsch aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ ließen Chor und Orchester mit Kawumm als Zugabe marschieren.

Heike Linde-Lembke (erschienen in der Norderstedter Zeitung)