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Die 18-jährige Norderstedterin spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Harfe. Nun erhält sie den Charlotte-Paschen-Musikpreis.

Norderstedt.  Eine neue Harfe hatte sie bereits im Dezember ausgesucht, jetzt gibt es den Preis dazu. Katharina Turau ist die fünfte Preisträgerin des Charlotte-Paschen-Musikpreises. Der von der Familie Paschen nach dem Tod der damaligen Stadtpräsidentin Charlotte Paschen gespendete Preis ist mit 1500 Euro dotiert – genau die Summe, die die 18-jährige Preisträgerin in ihr Instrument investiert hat.

„Sie hat es gewollt und will es weiterhin, seit nunmehr zwölf Jahren“, sagte Hella Schmitt, Vorsitzende der Kulturstiftung Norderstedt, in ihrer Laudatio auf die Preisträgerin beim Concertino-Konzert im Kulturwerk. Die Kulturstiftung verwaltet den Preis.

Als Fünfjährige spielte Katharina Geige, die ihr der Großvater geschenkt hatte. Doch ein Jahr später hatte sie bei einem Besuch der Romantischen Nächte im Tierpark Hagenbeck ihr erstes Schlüsselerlebnis. Der sphärische Klang einer Harfe faszinierte das Mädchen derart, dass die Geige keine Chance mehr bei ihr hatte.

Die Eltern ermöglichten ihr Harfe und Unterricht und fuhren sie zu Lehrern in Hamburg, Kaltenkirchen und Bad Oldesloe. Als Neunjährige dann das nächste Schlüsselerlebnis. Sie spielte Harfe auf der Trauerfeier für ihre Großmutter und erlebte, wie sehr sie Menschen mit ihrem Spiel rührte.

„Das möchte ich auch künftig, die Menschen im Herzen berühren“, sagt Katharina. Trotzdem will die Musikerin, die gerade am Lessing-Gymnasium das Abitur bestanden hat, ihre Leidenschaft nicht zum Beruf machen. „Ich will den Menschen auch gesundheitlich helfen und Physiotherapeutin werden“, sagt die 18-Jährige. Einen Studienplatz hat sie schon.

Der Musik bleibt Katharina Turau mit ihrer Harfe erhalten. Schon jetzt spielt sie in vielen kleinen Konzerten, bei Festen und immer wieder gern bei besinnlichen Anlässen.

Doch so ganz glatt verlief ihre Harfen-Karriere nicht. Nachdem sie ihren Lehrern entwachsen war, ging sie zur Lübecker Musikhochschule. Und musste sich eine herbe Kritik anhören. Ihre Technik sei schlecht. Katharina nahm die Kritik an und lernte um. Nach zehn Jahren Unterricht raus mit dem gewohnten Spiel aus Kopf und Fingern, umdenken, neu lernen. Seit einem Jahr nimmt sie Unterricht bei der renommierten Hamburger Harfenistin Marina Paccagnella.

Katharina verzauberte bei der Preisverleihung mit ihrem Spiel auf der neuen Harfe, im Orchester-Jargon Eierschneider genannt, Publikum und Ehrengäste mit zwei Sätzen aus Orgelkonzerten von Georg Friedrich Händel. Zu den Ehrengästen gehörten auch Stadtpräsidentin Kathrin Oehme, Kulturpreisträgerin Christa Heise-Batt, die Landtagsabgeordneten Katrin Fedrowitz und Katja Rathje-Hoffmann sowie Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote mit Ehefrau Doris Grote.

 Heike Linde-Lembke (Abendblatt)