Mit Bremsscheibe und Kühlerhaube

Fulminantes Konzert mit dem “Schlagwerk Ossietzky” im Forum am 27.11.17

 

Man kann nur jeden bedauern, der dieses wunderbare Konzert verpasst hat. Das junge Ensemble von “Schlagwerk Ossietzky” hat das Forum des LGN gerockt. Mit Power, unbändiger Spielfreude, Virtuosität und viel Witz zündeten die 6 Multi-Instrumentalisten, unter ihnen unser Ehemaliger Daniel Groneberg, ein Rhythmus-Feuerwerk, das in die Glieder fuhr. Faszinierend, wie vielfältig die Klangpalette war, die die Gruppe in den Raum zauberte: vier im Raum verteilte Triangeln (speziell für das Stück geschmiedet), die schwebende, flirrende Klänge erzeugten, kontrastiert von donnernden Soli auf Auto-Bremsscheiben und einer Golf-Kühlerhaube. Virtuose Marimba-Stücke, gespielt mit 4 Schlägeln, zwei in jeder Hand, die einen in die Karibik entführten. Komplizierte 7/8-Rhythmen, die federleicht zu schweben schienen. Kraftvolle, an japanische Taiko-Trommler erinnernde Rhythmen auf Basstrommeln und Congas. Und zwischendurch die A Cappella-Nummer “Grantig”, von bayrischem Schuhplattler inspiriert, nicht als Klamauk, sondern als virtuose, rhythmisch vertrackte Body-Percussion. Abwechslung pur. Spontaner Kommentar von Musik-Fachleiter Herrn Packeiser: “Keine Sekunde langweilig!”. Und das alles vorgetragen mit einer Mischung aus Leichtigkeit, Virtuosität und einfach Lust am gemeinsamen Musizieren. Es machte eben auch Spaß zuzugucken, nicht nur zuzuhören. Am Vormittag hatte die Gruppe schon 120  7.Klässler 90 Minuten lang von Percussion begeistert, ein Gesprächskonzert, auf dem man auch Fragen stellen konnte. Als Höhepunkt ein gemeinsames Stück mit allen 120 Anwesenden!

Die Schülerinnen und Schüler waren ebenso begeistert wie das Abendpublikum. Man hätte der Gruppe abends einen noch volleren Saal gewünscht aber das anwesende 50-köpfige Publikum tat sein Bestes, um den Beifall nach mehr klingen zu lassen. Ohne Zugabe wurde die Gruppe natürlich nicht nach Oldenburg entlassen. “Ein solches Konzert müssen wir nochmal machen” war die einhellige Meinung.

                                                                                                                                                              Stefan Köttgen